PRÄZISION

METALL- UND MASCHINENBAU EIBAU GmbH

Bahnhofstraße 7 ● 02739 Eibau

Firmengeschichte als Regionalgeschichte Ostsachsens und Mitteldeutschlands

Der jetzige Firmensitz 1920
 
1962 Jubileum 100 Jahre Näser-Thomas und 25 Jahre "Panzer"
 
Start der "4. Präzision"
 

Historie

Standort Neugersdorfer Straße

1898: Gründung der Webgeschirrfabrik Pfenniger & Söhne und Bau der Fabrik mit Wohngebäude ab 1908 – siehe Foto. Im Laufe der Entwicklung der DDR erfolgte die schrittweise Eingliederung der Räumlichkeiten in die sich ausweitenden Produktionsanlagen der Präzision Eibau, wobei die Grundstücke selber den ins Ausland emigrierten Familienmitgliedern weiterhin erhalten blieben. Die Geschichte der Familie und Firma Pfenniger soll hier in Zukunft eine würdige Bühne finden.

Standort Bahnhofstrasse

1862: Wilhelm Näßer nimmt auf der Bahnhofstrasse den Geschäftsbetrieb auf, wobei wechselnde Gewerbeaktivitäten auf der jetzigen Bahnhofstr. 06 erfolgten.
1874: Mit der Verlängerung der Südlausitzer Eisenbahn von Löbau nach Ebersbach über Eibau nach Seifhennersdorf erlangte der Bahnbetrieb eine zunehmende Bedeutung und damit auch die Bahnhofstrasse bzw. die daran angrenzenden Bereiche in Eibau.
1910: Gründung der Elektroinstallationsfirma Gustav Thomas Eibau (GTE) am Standort der Firma Wilhelm Näßer und Erweiterung der Bebauung auf der Bahnhofstrasse 06 zu einem 3 geschossigen Wohn- und Geschäftshaus sowie 2 geschossige Produktionsgebäude im Hofumbau.
1942: Übergabe der Firma an den Sohn Gustav Willy Thomas nach dem Tod des Gründers ab 1942 und Entwicklung der Firma G. W. Thomas (GWT) in den folgenden Jahren einschließlich einem Fachgeschäft für Elektroartikel im Haus der Familie auf der Bahnhofstr. 06.
1960: Übergang des reinen Privatbetriebs unter staatlichen Einfluss in die G. W. Thomas KG, Elektroanalagen, Eibau OL mit staatlicher Beteiligung durch den VEB Starkstromanlagen „Otto Buchwitz“, Dresden.
1965: 34 Mitarbeiter wirken an der Produktion von Flutlichtanlagen für Sportstätten und Tagebaue und Arbeiten für die Reichsbahndirektion Cottbus mit. Ein Highlight war dabei die Sperrung der Kirchstraße an der Bahnhof- / Lutherstraße zwecks Mastfußbaus für die Flutlichtanlage im Jahnsportparkt Berlin.
1965: Ende der Firma G. W. Thomas KG folgend der Insolvenz nach diversen technischen Problemen bei den Flutlichtanlagen unter den damaligen politischen Zielsetzungen. Gründung der „PGH Präzision Eibau“ mit 13 Mitarbeitern und Ausführung von Vorrichtungs- und Werkzeugbau sowie der Produktion von Teilen für Eisenbahnanlagen, Schiffe und Tagebaue.
1968: Zwangsverstaatlichung der PGH und Fortsetzung des Betriebs unter dem neuem Namen "VEB Präzision Eibau"
1973: Aufnahme in den Führungsrat des Wirtschaftsrates des Bezirkes Dresden
1974: Ausbau des Standortes Bahnhofstr. 07 zum Verwaltungssitz mit Bürotrakt, Kultur- und Speisesaal, Werkstätten, Lagern usw. in Ergänzung zu den Produktionsräumen auf der Bahnhofstr. 06.
1977: Eingliederung der Firmen "VEB Elektrogeräte Friedersdorf" und "VEB Elektroschaltgeräte Ebersbach" mit dann insgesamt 90 Beschäftigten. Produktion von Kochplatten, elektrischen Wärmeschuhen, Schiffstechnik, elektromechanischen Schaltgeräten und weiteren Baugruppen.
1981: Eingliederung des "VEB Präzision Eibau" in das Kombinat Robotron.
1986: Ausbau des Standortes der ehemaligen Webgeschirrfabrik Pfenniger & Söhne auf der Neugersdorfer Straße mit einem neuen Verwaltungs- und Entwicklungsgebäudes für den wissenschaftlichen Gerätebau Eibau. Hier wurden der Plotter K6411 sowie seine Nachfolgemodelle produziert. Die Geräteentwicklung erfolgte gemeinsam mit der Akademie der Wissenschaften. Später gab es eine Weiterentwicklung des K6411 als Schneidplotter zum Folieschneiden für die Werbeindustrie sowie die Entwicklung eines Trommelplotters.
1990: Gründung der Firmen "Perigraf" für die Plotterproduktion, "Perifol" für den Plotter-Service und "Präzision Maschinen- und Gerätebau GmbH" für die mechanische Produktion und "BMST GmbH".
1991: Neustart des Geschäftsbetriebes der Präzision Maschinen- und Gerätebau GmbH auf der Bahnhofstr. 06 und 07, praktisch den Fundamenten der PGH Präzision von 1968 mit einer Vielzahl der ehemaligen Gesellschafter, darunter auch Herrn Kurt Thomas als Enkel des Firmengründers.
1991: Beginn der Produktion des Rollenplotters "Pericut 900" (900 mm Breite) am Standort Neugersdorfer Str. 10 bei "Perigraf" und „Perifol“ mit einer Belegschaft von ca. 25 Personen.
1998: Schließung der Firma "Perigraf" und Einstellung der Produktion der Schneidplotter "Pericut 1300" und Umzug von "Perifol" nach Görlitz
2005: Ende der unternehmerischen Tätigkeiten der Nachfolgefirmen aus dem wissenschaftlichen Gerätebau von Robotron im Verwaltungs- und Entwicklungsgebäude auf der Neugersdorfer Str. 10 und Übergang des Grundstückes an die Präzision Maschinen- und Gerätebau GmbH mit Hauptsitz auf der Bahnhofstr. 06/07. Fortsetzung der Produktions- und Entwicklungsarbeiten im allgemeinen Maschinenbau unter Kombination von konventioneller Technik und computergesteuerten Werkzeugmaschinen besonders bei Einzelfertigung und Kleinserien. Das Leistungsspektrum reichte dabei von eigenentwickelten Produkten bis hin zu Zulieferleistungen für den Maschinenbau.
2008: Rückkauf des Hauses Bahnhofstrasse 06 durch die Familie Thomas (GWT) und Ausbau zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus als „Gesundheitszentrum Am Kottmar“
2009: In Folge der Wirtschaftskrise wurde der Erhalt der 3 Standort auf der Bahnhofstr. 06 und 07 sowie Neugersdorfer Str. 10 zunehmend unmöglich. Die Überalterung von Know-How und Technik sowie Schwächen im Marketing höhlten die Substanz des Unternehmens zunehmend aus. Gravierende Diskrepanzen auf Gesellschafterebene führten letztendlich zu einer unternehmerischen Schieflage, welche einen erneuten Neubeginn erforderlich machte.
2011: Neustart der Präzision Metall- und Maschinenbau Eibau GmbH mit 3 Gesellschaftern auf der Neugersdorfer Str. 10 als zentralen Produktions- und Verwaltungsstandort.
2012: Übernahme des Grundstückes und Objektes Bahnhofstrasse 07 durch die Familie Thomas (GWT) und Ausbau zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus.

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann das Jetzt beherrschen und die Zukunft gestalten. Gerade die Ära ROBOTRON ist mit den übernommenen Produktsortiment für die jetzige, „4. Präzision“ von großer Bedeutung. Was verbirgt sich hinter ROBOTRON?

VEB Robotron-Elektronik Dresden

Der "VEB Robotron-Elektronik" (nicht zu verwechseln mit dem VEB Robotron-Meßelektronik) war einer der großen Rechnerproduzenten der DDR und Teil des VEB Kombinat Robotron.

Das Kombinat Robotron war ein Zusammenschluss (i. S. v. Konzern) mehrerer Elektronik- und EDV-produzierender Firmen und war der größte Computerhersteller der DDR. Die Gründung von Robotron erfolgte 1969 durch die Betriebe, die seit einigen Jahren bei der Entwicklung und Produktion des Großrechners R300 zusammenarbeiteten. Stammbetrieb des Kombinats war ursprünglich der VEB RAFENA Radeberg, später übernahm der VEB Robotron-Elektronik Dresden diese Rolle. 1978 wurden die Betriebe des gerade aufgelösten Kombinats Zentronik in das Kombinat Robotron eingegliedert. Ein Jahr später folgten die Betriebe des Kombinates "RFT Messelektronik". Die Kombinatsleitung von Robotron wurde von Radeberg nach Dresden verlegt. Mit 68.000 Mitarbeitern war Robotron in den 1980er Jahren das zweitgrößte Kombinat der DDR.

Im "VEB Robotron-Elektronik" wurden dabei Bürocomputer und Großrechner produziert. Das Zweigwerk in Eibau steuerte unter Anderem den Plotter K6411 bei. Plotter dienen zur Ausgabe von technischen Zeichnungen. Das in der DDR verwendete Verfahren dazu war das des Stiftplotters. Dabei wurde ein durch Motoren bewegter Schreibstift über das Papier gefahren und an den entsprechenden Stellen abgesenkt.

Im Gegensatz zu Druckern, die meist zeilenweise arbeitetet, wurden bei den Stiftplottern die Konstruktionslinien in der Richtung geplottet, wie sie der Konstrukteur gezeichnet hatte. Buchstaben wurden ebenfalls aus einzelnen Linien zusammengesetzt. Das Zeichnen von Flächen war problematisch: daher schraffierte man sie lieber.

Als Plotterstifte kamen entweder Stifte mit Faserspitze oder Stifte mit Tuscheröhrchen zum Einsatz.
Für jede Farbe und für jede Linienstärke musste ein anderer Stift verwendet werden.
Bei einfachen Plottern mussten die Stifte per Hand gewechselt werden, bei komfortableren Geräten machte der Plotter dies automatisch.

Nahe verwandte der Plotter waren die Koordinatenschreiber, die aber im Gegensatz zu den Plottern analog angesteuert wurden und auch erheblich einfacher aufgebaut waren.

Plotter K6411 - Dieser 8-Farb-Stiftplotter wurde im Eibauer Zweigwerk schwerpunktmäßig entwickelt, seit 1984 produziert und war für den professionellen Einsatz gedacht. Der K6411 wurde außer in der Konstruktion auch im militärischen Umfeld zur Aufzeichnung der Bewegung von Flugzeugen im Zusammenspiel mit einem Radargerät genutzt. Es gab eine äußerlich fast identische Version K6411.WE (WE=Weiterentwicklung), die sich u.a. in der Interfacekarte, im Stiftmagazin und im Stiftgreifer unterschied. Die Gründung des Werkes erfolgte 1969 als "Werk II" des Kombinats Robotron. 1974 wurde das Werk in "VEB Robotron-Elektronik Dresden" umbenannt. Nach einer zwischenzeitlichen Umbenennung 1980 in "VEB Robotron Rechen- und Schreibtechnik Dresden" bekam das Werk ab 1984 seinen alten Namen zurück.

Mit der politischen Wende 1990 wurde das Kombinat Robotron aufgelöst und die Einzelbetriebe privatisiert. Robotron-Elektronik Dresden, bis dahin mit 6700 Mitarbeitern, trat nun unter dem Namen "Computer Elektronik Dresden GmbH", allerdings mit einer Belegschaft von nur noch 2800 Mitarbeitern, auf. Drei Jahre später war die Belegschaft auf 400 Mitarbeiter schrumpft. Im Jahr 1996 wurde die Firma durch die "SCHÄFER Werke KG" aus Neunkirchen übernommen und unter der Bezeichnung "SCHÄFER IT Systems" auf die Firmen "SCHÄFER Gehäusesysteme GmbH" und "SCHÄFER IT-Logistik GmbH" aufgeteilt. Produktionsschwerpunkt ist die Herstellung von Rechnergehäusen, u.a. für die Firma Compaq. Im Jahr 2002 wechselte "Schäfer IT-Systems" seinen Standort in den Dresdner Elbepark.

Ebenfalls 1990 wurde die "Robotron Bürocenter Dresden GmbH" gegründet.

Ehemalige Adressen
• 8021 Dresden, Bodenbacher Straße 81 und Dresden, Hamburger Straße 19
• 8010 Dresden, Grunaer Straße 2
• 8030 Dresden, Leipziger Straße 294
• 8060 Dresden, Bästleinstraße 8
8712 Eibau, Bahnhofstraße 6
• 5020 Erfurt, Neuwerkstraße 45
• 9001 Karl-Marx-Stadt, Ernst-Thälmann-Straße 73
• 8606 Sohland, Karl-Marx-Straße 73

Quelle: www.robotrontechnik.de
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